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Eine Ära geht zu Ende. Und in diesem Fall handelt es sich um einen Ort, den auch ich in Studentenkreisen schon das eine oder andere Mal aufgesucht hatte. Die Rede ist von der Wagenfabrik Utermöhle in der Umgebung der Kölner Helioswerke und damit in der Umgebung von Underground und Live Music Hall. Doch Schluss mit biografischen Erinnerungen und hinein in die Oldtimerwelt, die bald um eine Wallfahrtsstätte ärmer wird. Denn wie die Oldtimer-Info berichtet, sollen die altehrwürdigen Gebäude bald abgerissen werden. Warum Geschichte? wird sich der eine oder andere Leser fragen und die Antwort hat der findige Oldtimerfan Thilo Moerke recherchiert
Nach seinen bisherigen Recherchen siedelte sich 1900 im Pferdestall der Gasmotoren Fabrik Schmitz in Köln-ehrenfeld der Kutschenbauer J.W. Utermöhle aus Hildesheim an und baute dort noch im gleichen Jahr, laut seiner eigenen Autobiografie, die Karosserie für den ersten Horch Wagen. Die Verbindung zu Bugatti ist weniger eindeutig, wurde Thilo Moerke aber nicht nur vom heutigen Pächter des Gebäudes, sondern auch von einem Kölner Oldtimersammler bestätigt: Gustav Langen, Inhaber der Gasmotorenfabrik Deutz, war 1904 gleichzeitig Mehrheitseigner bei Utermöhle. Drei Jahre später begann der junge Ettore Bugatti seinen Dienst bei Langens Gasmotorenfabrik und konstruierte im Keller seines Kölner Wohnhauses heimlich sein erstes Auto, dessen Karosserie aufgrund der wirtschaftlichen Verknüpfung beider Unternehmen höchstwahrscheinlich bei Utermöhle entstand. Zwei Jahre später endete Bugattis Kölner Phase und er zog in den Elsaß nach Molsheim.
Es folgte die Übernahme von Utermöhle durch den Karosseriehersteller Karl Deutsch und der Umzug ins benachbarte Köln-Braunsfeld. Doch das Gebäude blieb den alten Autos treu und zwar in Form von Spezialwerkstätten, die bis in die heutige Zeit bestehen.
Schade, schon wieder alte Gebäude mit Geschichte, die abgerissen werden. Ich würde gern den Grund wissen. Ob es notwendig war, weil das Gebäude einsturzgefährdet war oder ob es, wie leider schon so oft, um Geld ging.
Ziehen wir also vor der altehrwürdigen Geschichte den Hut. Ich werde es vermissen.